7 Tipps für Frischlinge

  • Studium & Lernen
  • 29.04.2019

Du hast einen Studienplatz in Zahnmedizin? Glückwunsch! Jetzt kommt viel Neues auf dich zu. Fabian Jaeckel studiert im 5. Semester an der FAU Erlangen-Nürnberg und weiß genau, was Einsteiger erwartet. Der 22-jährige Fachschaftler teilt seine Tipps mit Studienbeginnern.
 

1. Frag alte Hasen

„Ich habe mich schon im ersten Semester der Fachschaft angeschlossen und kann jedem empfehlen, diese Anlaufstelle zu nutzen. Von älteren Studenten erfährst du am besten, wie alles organisatorisch läuft. Auch fachlich können dir höhere Semester weiterhelfen. Zum Beispiel, wenn es darum geht, ob du dich vor einer Prüfung eher auf Alt-Klausuren oder Vorlesungs-Skripte konzentrieren solltest.“
 

2. Bleib am Ball  

„Stell dich darauf ein, dass du in der Vorklinik mit zahnmedizinischen Themen sehr wenig Kontakt haben wirst. Auf dem Lehrplan steht vor allem naturwissenschaftlicher Stoff – man muss viel auswendig lernen. Ich hatte darauf irgendwann keine große Lust mehr. Aber die ersten Semester bis zum Physikum sind eben so, die muss man einfach durchhalten.“
 

3. Verzettle dich nicht

„Ganz ehrlich: Ich bin kein Schnell-Lerner. Im Vergleich zu anderen fange ich oft früher an und sitze länger, um mich auf eine Prüfung vorzubereiten. Das erste Semester war noch recht entspannt. Dann wird es immer mehr. Inzwischen habe ich kaum noch Pflichtveranstaltungen und verbringe sehr viel Zeit mit Lernen. Wichtig ist, dass du dich nicht verzettelst. Bücher brauchst du nur selten, zum Beispiel den Anatomieatlas. Je nach Dozent hältst du dich besser an alte Prüfungsfragen, Vorlesungsfolien oder -mitschriften. Solche Materialien bietet die Fakultät oder Fachschaft meistens online an.“
 

Foto: privat

Fabian Jaeckel (22) stammt aus Dortmund. Für die Zahnmedizin entschied er sich unter anderem, weil ihm die Kombination aus Handwerk und Heilkunde gefällt. „Ob ich später in einer Klinik oder Praxis arbeite, weiß ich noch nicht“, sagt der Student. „Auf jeden Fall freue ich mich auf den Kontakt mit den Patienten. Ein Bürojob am PC wäre nichts für mich.“ Seit dem ersten Semester engagiert sich Fabian in der Fachschaft und organisiert zum Beispiel Informationsveranstaltungen für seine Kommilitonen.

4. Hab Mut zur Lücke

„Ein paar optionale Vorlesungen, die ich besucht habe, waren im Nachhinein betrachtet Zeitverschwendung. Manchmal bringt es mehr, den Stoff selbst zu lernen, als sich das alles vom Dozenten anzuhören. Mein Tipp: Bei einer Kann-Veranstaltung ein- oder zweimal hingehen, um zu sehen, ob sie wirklich einen Wert für dich hat.“
 

5. Teste dein Handwerker-Gen

„Einige Kommilitonen brechen das Zahnmedizinstudium ab, weil sie irgendwann feststellen: Das Handwerkliche liegt ihnen nicht. Bei uns in Erlangen hat man zum Glück gleich am Anfang des Studiums praktische Einheiten, aber an manchen anderen Unis dauert das mehrere Semester. Es ist bestimmt nicht verkehrt, wenn du dann vorher schon mal ein Praktikum bei einem Zahntechniker gemacht hast.“
 

6. Rechne mit Spesen

„Im Lauf deines Studiums gibst du um die 1.500 Euro für Werkzeuge und Materialien aus. Am Anfang brauchst du zum Beispiel den Instrumentenkoffer für die technische Propädeutik, später einen speziellen Koffer für die Klinik. Diese teuren Sachen kannst du gut gebraucht kaufen, zum Beispiel über Kleinanzeigen oder eine Fachschaftsbörse. Auch die kleinen Anschaffungen gehen ins Geld: Ein einzelner Kunststoffzahn fürs Präparieren kostet zwei Euro. Kauf dir am besten einen doppelten Satz – oder mehr. Manchmal wirst du mehrere Versuche brauchen, bis dein Dozent zufrieden ist.“
 

7. Halt dich fit fürs Physikum

„Im Physikum muss ich handwerkliche Fähigkeiten abrufen, die ich im Studium eineinhalb Jahre davor trainiert habe. Das ist zu lange her. Ich möchte die Handgriffe vorher noch einmal üben. An anderen Hochschulen gibt es spezielle Räume, wo man praktische Übungen wiederholen kann. Wir haben das hier leider nicht. Falls es dir ähnlich geht, kannst du es wie ich machen: Zusammen mit zwei Kommilitonen suche ich Zahnarztpraxen, wo wir nach Absprache an einem Phantomkopf arbeiten können.“