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Facharzt Medizin Weiterbildung Top Ten
  • Karriere
  • 24.07.2017

Von A wie Allgemeinmedizin bis U wie Urologie: In Deutschland gibt es 33 medizinische Fachgebiete. Eine Umfrage der Kassenärztlichen Bundesvereinigung hat 11.000 Studierende befragt und die beliebtesten Fachrichtungen ermittelt. Wir stellen dir die Top Ten-Rangliste der Weiterbildungen vor und sagen wir dir, wie viel ein Niedergelassener in der jeweiligen Fachrichtung laut einer Analyse des Statistischen Bundesamtes verdient.

 

Platz 1: Innere Medizin

Unter allen Weiterbildungen ist die Fachrichtung Innere Medizin mit Abstand am beliebtesten! 16,3 Prozent der Befragten würden sich für eine Qualifikation in diesem Fachbereich entscheiden. 

Die Innere Medizin gilt aufgrund ihrer Vielseitigkeit als Königsdisziplin. Ob Lungenentzündung, Magengeschwür oder Herzinfarkt: Als Internist bist du ein gefragter Experte, wenn es um Erkrankungen u.a. von Magen, Darm, Lunge, Leber, Herz-Kreislauf und Nieren geht.

Im Anschluss an dein Medizinstudium folgen fünf Jahre mit der Ausbildung zum Facharzt für Innere Medizin. Ein Jahr länger dauert es, wenn du einen bestimmten Schwerpunkt wählst, wie z.B. Kardiologie oder Rheumatologie.

Platz 2: Kinder- und Jugendmedizin

Junge Patienten mit Kompetenz, Fingerspitzengefühl, Humor, Liebe und (manchmal) auch mit Lollis behandeln: 9,4 Prozent der Studierenden finden die Facharztausbildung in der Kinder- und Jugendmedizin besonders reizvoll.

Vorsorgeuntersuchungen, Impfungen, Ultraschalluntersuchungen, Elterngespräche: Als Kinder- und Jugendarzt erwartet dich ein kunterbunter Arbeitsalltag. Du beurteilst ganzheitlich die körperliche, soziale, psychische und intellektuelle Entwicklung vom Säugling bis zum Heranwachsenden. Außerdem berätst du Eltern und Angehörige zu Themen wie Gesundheit, Ernährung und Sexualität. Auch das gehört dazu: In deiner Ausbilldung wirst du sensibilisiert, Verhaltens- und Lernstörungen, aber auch Kindesmisshandlung und Vernachlässigung zu erkennen.

Die Weiterbildung dauert fünf Jahre. Davon können sechs Monate in der Intensivmedizin, zwölf Monate in den Schwerpunktweiterbildungen des Gebietes (z.B. Kinder-Hämatologie und -Onkologie) und bis zu einem Jahr im ambulanten Bereich angerechnet werden. Außerdem kannst du bis zu zwölf Monate in der Kinder- und Jugend­psychiatrie hospitieren.

Platz 3: Allgemeinmedizin

Als Hausarzt im Einsatz: 8,9 Prozent der Studierenden in Deutschland träumen von einer Karriere als Allgemeinmediziner. 

Vom Schnupfen bis zur Schizophrenie: Der Allgemeinmediziner ist bei Gesundheitsproblemen in der Regel der erste Ansprechpartner, der von den Patienten um Hilfe gebeten wird. Als Hausarzt begleitet er seine Patienten durch viele Lebensabschnitte. Er kennt daher auch die familiären Hintergründe und wird oft zu einer wichtigen Vertrauensperson.

Der Weg zum Allgemeinmediziner erstreckt sich über fünf Jahre. Nach einer dreijährigen Ausbildung in der Inneren Medizin geht es weiter mit einer zweijährigen Assistenzzeit in einer Hausarztpraxis. Darüber hinaus ist eine 80-stündige Kurs-Weiterbildung in der psychosomatischen Grundversorgung verpflichtend.

Mehr Infos über das Berufsbild Hausarzt findest du in der Informationsbroschüre des Hausärzteverbandes.

Platz 4: Anästhesiologie

Die Anästhesiologie zählt nach der Allgemeinmedizin, Inneren Medizin und der Chirurgie zu den Fachbereichen mit den meisten berufstätigen Ärzten. Auch bei den Studierenden liegt diese Fachrichtung ganz weit vorne auf der Beliebtheitsskala: 8,5 Prozent der Studierenden ziehen eine Weiterbildung zum Anästhesisten in Betracht. 

Ein Anästhesist ist bei operativen Eingriffen unerlässlich. Die Narkotisierung von Patienten vor und während der Operation macht jedoch nur einen Teil des Aufgabenbereichs aus. Anästhesisten werden auch in der Intensivmedizin gebraucht, ebenso wie in der Notfallmedizin oder in der Schmerztherapie.

Die Facharztausbildung zum Facharzt für Anästhesiologie beträgt mindestens fünf Jahre. Ein Jahr davon muss auf der Intensivstation abgeleistet werden.

Platz 5: Chirurgie

Tupfer, Schere, Skalpell: Die Chirurgie ist für viele Studierende immer noch ein Traumberuf. 8,3 Prozent würden diese Fachrichtung nach Beendigung ihres Studiums wählen. 

Bei der Chirurgie handelt es sich um ein großes Fachgebiet, das sich in viele einzelne Fächer unterteilt. Fachärzte und -ärztinnen für Allgemeinchirurgie diagnostizieren und behandeln chirurgische Erkrankungen, Verletzungen und Fehlbildungen. Auch die Auswahl geeigneter Nachsorgeverfahren gehört zu ihren Aufgaben.

Die Weiterbildung dauert in der Regel sechs Jahre. Nach einer Basisweiterbildung von 24 Monaten, spezialisieren sich die Anwärter auf einen bestimmten Bereich der Chirurgie, wie Gefäßchirurgie, Handchirurgie, Kinderchirurgie etc.

Platz 6: Orthopädie und Unfallchirurgie

6,8 Prozent der angehenden Mediziner gaben an, eine Weiterbildung in der Orthopädie und Unfallchirurgie anzustreben.

Der Stütz- und Bewegungsapparat eines Menschen umfasst mehr als 100 Gelenke, 206 Knochen und 656 Muskeln. Hauptaufgabe des Facharztes für Orthopädie und Unfallchirurgie sind die Vorbeugung und die konservative bzw. operative Behandlung von angeborenen oder erworbenen Formveränderungen, Fehlbildungen, Funktionsstörungen und Erkrankungen der Halte- und Bewegungsorgane.

Zunächst werden im Rahmen einer zweijährigen Weiterbildung die Basisfertigkeiten der Allgemeinen Chirurgie vermittelt. Danach folgen vier Jahre klinische Tätigkeit in einer unfallchirurgisch-orthopädischen Abteilung.
 

Platz 7: Frauenheilkunde und Geburtshilfe

Yes, baby! Mit 5,9 Prozent landet das Fachgebiet der Frauenheilkunde und Geburtshilfe auf Platz sieben der beliebtesten Facharztweiterbildungen.

Die "Frauenheilkunde und Geburtshilfe" bietet ein sehr breites Spektrum: Pränatalmedizin, Geburtshilfe, Onkologie, Gynäkologie, Familienplanung, Endokrinologie oder Reproduktionsmedizin sind nur einige Bereiche, die die Vielfalt dieses Faches aufzeigen. Eine der häufigsten Operationen in der Frauenheilkunde ist übrigens der Kaiserschnitt - jedes dritte Baby kommt in Deutschland durch die Sectio caesarea zur Welt.

Die Weiterbildungszeit beträgt in der Regel fünf Jahre. Für die Schwerpunkte Gynäkologische Endokrinologie und Reproduktionsmedizin, die Spezielle Geburtshilfe und Perinatalmedizin sowie die Gynäkologische Onkologie benötigt man jeweils zusätzlich 36 Monate.

Platz 8: Neurologie

Auf Platz acht, ganz knapp hinter der Frauenheilkunde und Geburtshilfe, landet die Neurologie mit einem Anteil von 5,7 Prozent.

Kopfschmerzen oder Schwindel. Multiple Sklerose oder epileptische Anfälle: Während der Psychiater für seelische Erkrankungen des Patienten zuständig ist, behandelt der Neurologe die körperlichen Störungen des Nervensystems.

Nach Abschluss des Medizinstudiums dauert die Weiterbildung zum Facharzt für Neurologie mindestens fünf Jahre. In der Regel beginnt man als Assistenzarzt in einer neurologischen Klinik und durchläuft dort verschiedene Stationen. Bis zu zwölf Monate der Weiterbildung können in anderen Fachgebieten wie Innere Medizin, Allgemeinmedizin, Neurochirurgie, Neuropathologie, Neuroradiologie u.a. angerechnet und bis zu 24 Monate im ambulanten Bereich abgeleistet werden.

Platz 9: Psychiatrie und Psychotherapie

3,6 Prozent der rund 11.000 Studienteilnehmer gaben Psychiatrie und Psychotherapie als Weiterbildungswunsch an.

Fachärzte und -ärztinnen für Psychiatrie und Psychotherapie erkennen und behandeln psychische, psychosomatische, entwicklungsbedingte und neurologische Erkrankungen. Auch psychische und soziale Verhaltensauffälligkeiten gehören zu ihrem Aufgabengebiet. Nicht zu verwechseln mit den Psychologen! Ein Psychiater darf im Gegensatz zum Psychologen Medikamente verschreiben und den Patienten untersuchen.

Die Weiterbildung dauert in der Regel fünf Jahre, davon vier Jahre in der Psychiatrie und ein Jahr in der Neurologie. Die Schwerpunktweiterbildung dauert weitere zwei bis drei Jahre.

Platz 10: Radiologie

Sie wollen den medizinischen Durchblick haben: 2,4 Prozent der Teilnehmer entschieden sich für eine Weiterbildung im Bereich der Radiologie.

Der Radiologe arbeitet wie ein Detektiv, indem er das radiologische Bildmaterial auf Auffälligkeiten überprüft. In einem Bild, das oft aus mehr als 250 verschiedenen Grautönen besteht, identifiziert der Radiologe selbst kleinste Abweichungen und erkennt dabei, ob es sich um krankhafte Veränderungen handelt oder nicht.

Die Ausbildung zum Radiologen dauert im Anschluss an das Studium fünf Jahre, wobei ein Schwerpunkt in Kinderradiologie oder Neuroradiologie gesetzt werden kann. Die Weiterbildung verlängert sich dann um weitere drei Jahre.

Der Radiologe zählt mit 25.300 Euro zu den Top-Verdienern unter den niedergelassenen Fachärzten.

Die Weiterbildung zum Facharzt ist keine Pflicht, aber die Zusatzqualifikation ebnet dir den Weg für viele Positionen in der medizinischen Versorgung. So gibt es beispielsweise ohne Facharzttitel keine Oberarzt- oder Chefarztstelle. Auch eine Niederlassung in der eigenen Praxis setzt eine abgeschlossene Facharztausbildung voraus. Die Wahl des geeigneten Fachgebietes ist deshalb ein wichtiges Thema, mit dem du dich rechtzeitig beschäftigen solltest.

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