Zimmer frei?

Wohnungssuche Studium
  • Freizeit
  • 04.09.2017

Raus aus dem "Hotel Mama" und hinein ins erste eigene Reich! Damit dein Traum von der großen Freiheit gelingt, solltest du die Suche nach den passenden vier Wänden schnell und  clever angehen, denn zum Semesterstart beginnt wieder der Ansturm auf dem Wohnungsmarkt. Wir geben dir ein paar Tipps und Tricks mit auf den Weg.

Das Wohnheim: Ideal für Studienanfänger

Niedriger Mietpreis, das Zimmer ist in der Regel fix und fertig eingerichtet und kurze Wege zu den Kommilitonen: Studentenwohnheime bieten viele Vorteile! Studienbeginner, die in ein Wohnheim ziehen, haben mit einer durchschnittlichen Monatsmiete von 271 Euro die geringsten Wohnkosten, das geht aus der aktuellen Sozialerhebung des Deutschen Studentenwerks hervor. Die Ausstattung der Wohnheime ist sehr unterschiedlich. Neben einfachen Zimmern, die komplett mit Bett, Regal, Schreibtisch und Stuhl versehen sind, gibt es in einigen Hochschulstädten auch unmöblierte Apartments inklusive Bad und Küche. Wenn du ohne großen Aufwand umziehen willst und du das Gemeinschaftsleben magst, bist du in einem Wohnheim auf jeden Fall gut aufgehoben.

Auf die Plätze, fertig los!
Die Plätze in den Wohnheimen, die von den Studentenwerken direkt vor Ort vergeben werden, sind heiß begehrt! Je früher du dich deshalb darum bewirbst, umso besser. Eine umfangreiche Liste von Studentenwohnheimen in Deutschland findest du hier. Auch die Anträge für eine Aufnahme findest du online beim Studentenwerk deines Studienortes.
 

Tipp: Viele Studentenwerke haben offene Wartelisten, auf die du dich bereits setzen lassen kannst, bevor du einen Studienplatz hast. Das geht oft schon bis zu einem halben Jahr vorher. Deinen offiziellen Zulassungsbescheid von der Uni musst du erst vorlegen, wenn du die Zusage für ein Zimmer im Wohnheim bekommst.

Wohnen in der WG: Neue Wahlfamilie inklusive

Gemeinsam kochen, ins Kino gehen oder am Küchentisch nächtelang Anti-Liebeskummer-Strategien austauschen - für viele Studierende gehört das Zusammenleben in einer Wohngemeinschaft zum Traum vom klassischen Studentenleben. Auch wenn das Zusammenleben in der neuen Wahlfamilie nicht nur Zuckerschlecken ist, wohnt rund ein Viertel aller Studierenden in Deutschland in einer WG.

Was für ein WG-Typ bist du?
Bevor du dich auf die Suche nach einem Zimmer in einer Wohngemeinschaft machst, solltest du dir gut überlegen, wie du dir deine Form des Zusammenlebens vorstellst. Wie viel Zeit möchtest du mit deinen zukünftigen Mitbewohnern verbringen? Brauchst du viel Ruhe und Abgeschiedenheit oder suchst du eher einen Familienersatz? Bist du ein Ordnungsfreak oder akzeptierst du Staubmäuse und schmutziges Geschirr auf dem Wohnzimmertisch, ohne mit der Wimper zu zucken? Feststeht: Wenn du in einer WG wohnen möchtest, musst du Kompromisse eingehen können.

Mit diesen Mietkosten musst du rechnen
Die Mietpreise sind in Deutschland von Stadt zu Stadt sehr unterschiedlich. Während 2016 in München ein WG-Zimmer inklusive Nebenkosten über 500 Euro im Monat kostete, zahlten Studierende in Chemnitz durchschnittlich 218 Euro! 

Hier findest du freie WG-Zimmer
Auf der Internet-Plattform wg-gesucht.de stehen Tausende von freien WG-Zimmern im gesamten Bundesgebiet zur Verfügung. Alternativ kannst du auch auf Seiten wie studenten-wg.de  wgfinden.de oder wg-cast.de suchen. Darüber hinaus findest du auch in den örtlichen Stadt- und Studentenmagazinen oder am "Schwarzen Brett" in der Uni WG-Angebote. 

Superheld/Superheldin gesucht: WG-Casting für Anfänger
Auf der Suche nach dem perfekten Mitbewohner führen Wohngemeinschaften oft sogenannte WG-Castings durch. Damit du bei deinem großen Auftritt auf Anhieb Sympathiepunkte sammelst, solltest du unbedingt folgende Wohnanfänger-Fehler vermeiden.
 

Tipp:

  • Versuche dich nicht zu verstellen, die WG-Jury hat ein feines Gespür für "Schauspieler".
  • Bringe niemals deine Eltern, Geschwister oder beste Freunde mit zum WG-Casting, das wirkt unselbstständig.
  • Lästere nicht über eine zu kleine Zimmergröße oder die ungünstige Lage. Wenn die Chemie zwischen den Bewohnern stimmt, sind diese Kritikpunkte zweitrangig.
  • Schreibe in den Kontaktformularen nicht nur Standardsätze wie z.B. "Ich putze gerne", sondern, beschreibe Stärken von dir, die zur WG passen könnten. Das Mitbringen einer Waschmaschine könnte dir beispielsweise einen dicken Pluspunkt bescheren.

Eine eigene Wohnung: Die teuerste Wohnform

Es gehört eine große Portion Glück dazu, bereits im ersten Semester eine bezahlbare Wohnung zu finden. Aber nichts ist unmöglich! Allerdings musst du für deine eigenen vier Wände etwas tiefer in die Tasche greifen. Rund 389 Euro Miete monatlich zahlen Studierende laut aktueller Sozialerhebung für eine Wohnung. Versuche es nicht nur auf den gängigen Online-Portalen wie Immonet oder Immobilienscout24, sondern gebe eine Suchannonce in einer Zeitung am Wochenende aus. Manche Vermieter schalten keine Anzeigen mehr, weil sie nicht von Anfragen überflutet werden möchten.

Hast du Anspruch auf eine Sozialwohnung?
Günstiger wird die Miete, wenn du es schaffst, eine Sozialwohnung zu ergattern. Dafür brauchst du einen Wohnberechtigungsschein. Diesen kannst du bei der Stadt-/Kreisverwaltung deines Studienortes (Amt für Wohnungswesen) beantragen. Voraussetzung: Dein Einkommen darf 12.000 Euro im Jahr für einen Ein-Personen-Haushalt nicht übersteigen (Stand 03.2016).
 

Tipp: Halte alle Unterlagen (Kopie deines Personalausweises, Schufa-Auskunft, Bankbürgschaft deiner Eltern) bei den Besichtigungsterminen für den Vermieter bereit. Auch wenn es uncool ist: Es kann durchaus hilfreich sein, die Wohnung gemeinsam mit den Eltern zu besichtigen. Das gibt dem Vermieter das gute Gefühl, dass deine Miete auch bezahlt wird.

Last-Minute-Unterkünfte

Du hast erst im Nachrückverfahren einen Studienplatz erhalten, die Uni hat bereits begonnen und dir bleibt keine Zeit mehr, nach einer Bleibe zu suchen? Keine Panik! In den meisten großen Uni-Städten werden zu Beginn des Wintersemesters Notunterkünfte errichtet, zum Beispiel in Turnhallen, bis alle Studenten ein freies Zimmer gefunden haben. Außerdem gibt es ja auch noch Jugendherbergen oder Hostels!
 

Tipp: Neben den Mitwohnzentralen, die es in jeder Stadt gibt, findest du auf den Online-Portalen der Studentenwerke unter der Rubrik "Privatzimmervermittlung" Anzeigen von Familien, die leer stehende Räume in ihren Häusern oder Wohnungen vermieten. 

Hauswächter: Für Wohn-Abenteurer

Wohnen in einem ehemaligen Hotel, einer alten Schule oder in einem alten Herrenhaus? Das geht tatsächlich! Auf dem Online-Portal Camelot kannst du dich als Hauswächter bewerben. Das Unternehmen bietet bundesweit Zimmer für nur 192 Euro pro Monat (Nebenkosten sind bereits inklusive) an! Sanitäre Anlagen und Küchen musst du allerdings mit anderen Hauswächtern teilen.
 

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