Keine Angst vor Digitalien

  • Beruf & Karriere
  • 06.12.2018

Online den Urlaub buchen, chatten mit Freunden, den Kleiderschrank eines Fashion-Bloggers nachkaufen: Heute völlig selbstverständlich. In vielen Krankenhäusern, Arztpraxen und Apotheken aber steckt die Digitalisierung hierzulande noch in den Kinderschuhen. Dabei wären viele Patienten durchaus bereit dafür, online auch Gesundheitsdaten auszutauschen. Und zwar nicht nur die Generation Y. Die apoBank hat zusammen mit Statista eine repräsentative Online-Befragung dazu durchgeführt. 

Stolze 83 Prozent der 1000 Personen über 18, die an der Befragung teilgenommen haben, sehen bei der Digitalisierung im Gesundheitswesen Nachholbedarf. Mehr als die Hälfte sind zum Beispiel Fans von Online-Terminvereinbarungen. Die Mehrheit hätte auch kein Problem damit, über eine elektronische Gesundheitsakte persönliche Daten an Ärzte und Apotheker weiterzugeben. Wenig erstaunlich: Die 18 bis 29jährigen sind hier besonders offen. Fast 70 Prozent sagen, dass ihre Bereitschaft, solche Informationen zu teilen, hoch oder sehr hoch ist.

 

Anders als man erwarten würde, ist Datensicherheit zwar für viele ein Thema, aber noch lange kein Hindernis. Den meisten geht es um einfachere Abläufe. Die digitale Sprechstunde, zum Beispiel per Videochat, ist für viele eine bequeme Lösung. Das gilt gerade für die Generation X, hier wollen sogar 59 Prozent in Bild und Ton mit ihrem Arzt kommunizieren.

Je jünger die Patienten sind, desto lieber nutzen sie außerdem Health-Apps, um sich zum Beispiel Workouts erstellen zu lassen oder ein Ernährungstagebuch zu führen. Insgesamt sind zwar nur 12 Prozent der Patienten bei diesem Trend dabei - dafür aber fast ein Drittel der Unter-30-Jährigen. Sie sind auch am ehesten bereit, für Wearables wie eine Smartwatch oder ein Fitness-Armband zu bezahlen. Vorstellen können sich das immerhin 21 Prozent, bei den über 40jährigen sind es deutlich weniger.  

Dr. Google empfiehlt: Online-Hilfe bei der Arztwahl

Für Ärzte und Apotheker ist es Segen und Fluch zugleich: Dr. Google. Der Umfrage zufolge bereiten sich bereits heute 21 Prozent der Patienten online auf einen Arztbesuch vor. Mit Online-Recherche über Symptome und Behandlungen machen sich 72 Prozent der Befragten zum Teil selbst verrückt. Immerhin ersetzt das Internet den Arztbesuch nicht komplett: Nur 6 Prozent vertrauen den Informationen genug und gehen nicht mehr in die Sprechstunde.
 

Und wie wählen Patienten aus, zu welchem Arzt oder welcher Ärztin sie gehen? Auch hier verlässt sich kaum jemand allein aufs Netz: Fast zwei Drittel holen sich am liebsten Ratschläge bei Freunden und der Familie, die Hälfte folgt gerne Tipps von ihren behandelnden Ärzten. Vor allem die Unter-30-Jährigen gehen aber auch ins Netz, schauen sich Ärzte-Homepages an und Bewertungen auf Online-Portalen. Höchste Zeit also, dass auch Digitalisierungs-Skeptiker unter den Ärzten und Apotheker nachziehen.   
 

Kompetenzzentrum apoHealth

Wie verändern neue digitale Lösungen den Gesundheitsmarkt? Wer braucht was - und wie können vor allem Ärzte und Apotheker von innovativen Ideen profitieren? Die apoBank hat dazu ein eigenes Digital-Health-Kompetenzzentrum ins Leben gerufen: apoHealth bündelt die gesamte Expertise der apoBank zu Themen, Fragestellungen und Ideen rund um das Thema Digital Health. Hier entstehen gerade Services, die Heilberuflern mehr Orientierung und Unterstützung bei der Digitalisierung in ihrem Arbeitsalltag bieten sollen.

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