Welche Praxis bringt am meisten?

Einkommen mit eigener Praxis
  • Beruf & Karriere
  • 07.11.2017

Du schwankst noch, für welche Fachrichtung Du Dich entscheiden sollst? Arzt ist nicht gleich Arzt, wer später einmal eine eigene Praxis eröffnen will, sollte auch wirtschaftliche Aspekte beachten.

Laut den Zahlen des Statistischen Bundesamts gibt es weiterhin beträchtliche Unterschiede zwischen den einzelnen Facharztgruppen. Eine Facharztpraxis erzielte 2015 zwar im Schnitt einen Reinertrag von 258.000 Euro. Das ist deutlich mehr als noch 2011 – damals waren es mit 234.000 Euro fast 10 Prozent weniger. Die Hälfte aller Praxen blieb jedoch unter 200.000 Euro. Das liegt unter anderem daran, dass Leistungen der Gerätemedizin deutlich besser vergütet werden als zum Beispiel ein Patientengespräch.

Ganz unten auf der Skala rangieren mit großem Abstand Psychiater und ärztliche Psychotherapeuten: Ihre Praxen warfen im Jahr 2015 im Schnitt nur etwa 180.000 Euro ab. Fachärzte für Frauenheilkunde und Geburtshilfe landeten mit gut 220.000 Euro auf dem vorletzten Platz. Unangefochtene Spitzenreiter beim Reinertrag sind weiterhin Radiologen und Nuklearmediziner. Ihre Praxen brachten 2015 im Schnitt stolze 840.000 Euro ein. Das ist mehr als doppelt so viel wie der Ertrag, den Augenheilkundler im gleichen Jahr erzielten. Mit im Schnitt 378.000 Euro erreichten sie Platz 2 in der Rangliste.

Attraktiv wie ein Chefarzt-Posten

Wer jetzt schon den Sportwagen vorbestellen will, sollte aber aufpassen: Der Reinertrag bezeichnet die Differenz zwischen Einnahmen und Ausgaben einer Praxis, Kosten für angestelltes Personal zum Beispiel sind bereits abgezogen. Nicht aber die Sozialbeiträge, die ein niedergelassener Arzt für sich selbst und seine Familie abführen muss. Viele Ärzte haben außerdem Kredite aufgenommen, um ihre Praxis zu finanzieren. Auch sie sind in der Rechnung noch nicht inbegriffen. Bei Gemeinschaftspraxen muss der Reinertrag zudem auf mehrere Köpfe aufgeteilt werden.       

Unterm Strich aber bleibt die Bilanz positiv: Im Schnitt verdienen niedergelassene Mediziner mindestens so viel wie angestellte Oberärzte. Vor allem für Radiologen ist eine eigene Praxis häufig finanziell ebenso attraktiv wie ein Chefarztposten im Krankenhaus. Trotzdem, die Entscheidung für eine Fachrichtung allein vom Geld abhängig machen? Für viele Medizinstudenten keine Option: Am beliebtesten bei Ihnen sind Innere sowie Kinder- und Jugendmedizin. Nur etwas mehr als zwei Prozent wollen später als Radiologen arbeiten. 

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