Wie auf dem Gemüsemarkt

Gemüsemarkt
  • Leben & Finanzen
  • 15.12.2017

In unserer Anlage-Kolumne für Heilberufe-Studenten erklärt Inga Krzeczkowska, Abteilungsleiterin Analytics & Engineering bei der apoBank, worauf du bei der Geldanlage achten solltest. Diesmal im Fokus: Kursänderungen an der Börse.

„Auto-Aktien ausgebremst“, „Chemie-Titel gefragt“ – Schlagzeilen wie diese sieht man regelmäßig im Börsenfernsehen oder auf den Finanzseiten der Tageszeitungen. Der Hintergrund: Die Kurse der Wertpapiere ändern sich fortlaufend und drehen manchmal sogar innerhalb eines Tages vom Positiven ins Negative und umgekehrt. Wieso eigentlich?

Aktienkurse sind Preise für Anteilsscheine an Unternehmen, die durch Angebot und Nachfrage gesteuert werden. Wollen viele Anleger die Aktie kaufen, steigt ihr Preis. Im umgekehrten Fall sinkt er. Gehandelt werden Aktien an der Börse. Die funktioniert im Prinzip wie ein Gemüsemarkt: Es gibt Anbieter, die für ein Kilo Äpfel einer bestimmten Sorte 1,80 Euro haben wollen, andere zwei Euro. Einigen Verbrauchern wären sie sogar 2,30 Euro wert, manche würden höchstens 1,70 Euro zahlen. Am Ende einigt man sich am Stand auf einen Preis.

Ähnlich läuft es an der Börse. Nur sorgen hier Kursmakler oder elektronische Handelssysteme dafür, dass möglichst viele interessierte Käufer und Verkäufer einer Aktie zusammenkommen. Das ist insofern vorteilhaft, als Aktienbesitzer sich schnell und unkompliziert von ihrer Beteiligung trennen und Interessenten sie ebenso einfach erwerben können.

Die Kurse von Aktien werden von aktuellen Nachrichten zu den Unternehmen, Meinungen von Analysten, aber auch Spekulationen und nicht zuletzt von den allgemeinen wirtschaftlichen und politischen Rahmenbedingungen beeinflusst. Alle diese Informationen gehen ein in die Erwartungen der Marktteilnehmer, wie sich die Aktie künftig entwickeln wird und ob folglich ein Erwerb des Titels oder sein Verkauf vorteilhaft ist. Deshalb spricht man auch davon, dass an der Börse keine Tatsachen, sondern Erwartungen gehandelt werden.

Klingt kompliziert? Die gute Nachricht für Anleger lautet: Sie können den Marktbesuch auch Profis überlassen, die mit dem Handel vertraut und über Preise sowie Marktgeschehnisse bestens informiert sind. Und am Ende den Einkauf in einem praktischen Korb, z. B. einem Investmentfonds, zusammenstellen.

 
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