Aus Liebe zum Labor

  • Beruf & Karriere
  • 13.04.2018

Humanbiologen arbeiten an Lösungen für die großen Herausforderungen unserer Zeit: Sie beschäftigen sich zum Beispiel mit Infektionen, die von multiresistenten Keimen ausgelöst werden oder mit Tumorerkrankungen. Dr. med. univ. Malte Hannich absolvierte zunächst ein Medizinstudium im österreichischen Graz, bevor der heute 32-Jährige zur Universität Greifswald wechselte, um dort seinen Bachelor in Biomedical Science (Humanbiologie) zu absolvieren. Im Gespräch erklärt er, was die Ausbildung ihm gebracht hat.

Malte, warum hast du dich zu dieser Ausbildung entschlossen?
Nach dem Medizinstudium hatte ich mich noch nicht für ein Fachbereich entschieden, ich wusste aber, dass ich auch gerne Forschung betreiben möchte. Dafür schien mir das Angebot in Greifswald ein guter Einstieg. Rückblickend kann ich sagen, dass ich mir das Programm in etwa so vorgestellt habe. Faszinierend für mich war der Einblick in ein neues Feld, das im Studium nur am Rande vorkam. Außerdem konnte ich in Greifswald mit modernen Labortechniken arbeiten.

Wem würdest du diesen Studiengang empfehlen?
Mediziner, die sich in einer ähnlichen Situation befinden wie ich. Die nicht genau wissen, in welche Richtung sie wollen und die sich für die Forschung interessieren. Man sollte außerdem Englisch beherrschen und sich auch für Mathe, speziell Statistik, begeistern können. Und natürlich die Motivation mitbringen, sich in ein spezielles Thema zu vertiefen. Mir persönlich hat ein Auslandsaufenthalt in England vor meinem Studium extrem geholfen, da die gesamte aktuelle Literatur in der Humanbiologie auf Englisch ist.

Womit beschäftigst du dich aktuell?

Momentan beschäftige ich mich zum einen mit bestimmten Proteinen im Liquor. Kurz erklärt ist Liquor die Flüssigkeit, in die das Gehirn und Rückenmark eingebettet sind. Bei verschiedenen Krankheiten wie zum Beispiel bei Mutipler Sklerose werden durch die Entzündung bestimmte Proteinstrukturen in den Liquor abgegeben. Diese versuchen wir zu messen. Zum anderen setze ich mich mit epidemiologischen Fragestellungen und  Daten aus der SHIP-Studie (Study of health in Pomerania) auseinander.

Was ist dein berufliches Ziel?

Ich möchte meinen Facharzt für Laboratoriumsmedizin abschließen und weiterhin in der Forschung tätig sein. Schon jetzt hat sich das Studium für mich jedenfalls sehr gelohnt -  ich bin hier an der Uni inzwischen als Assistenzarzt fest angestellt und werde voraussichtlich in drei Jahren die Aubildung abschließen.

 

Wissenswertes zum Humanbiologie-Studiengang in Greifswald

Ausbildungsziel ist, den Studierenden solide Grundkenntnisse der biomedizinischen Wissenschaften zu vermitteln. Dabei lernen die Teilnehmer, wissenschaftliche Fragestellungen auf der Schnittstelle zwischen Naturwissenschaften und Medizin zu verstehen und in Forschungsprojekten umzusetzen. 

Das Programm startet nach dem Physikum. Die Prüfung muss mit 2,0 und besser absolviert werden. Die Regelstudienzeit beträgt dreieinhalb Jahre, davon sind drei Jahre identisch mit dem Studienfach Medizin. Eine Studienaufnahme erfolgt ausschließlich im Wintersemester.

Die zusätzliche naturwissenschaftliche Ausbildung besteht aus Lehrangeboten der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Fakultät. Dazu gehören u.a. die Fächer Immunologie, Mikrobiologie oder Biochemie des Menschen. Das Programm beinhaltet u.a. eine experimentelle Bachelorarbeit und eine Modulprüfung.

Der Zugang setzt eine Einschreibung im Studiengang Humanmedizin an der Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald voraus.

Der Studiengang qualifiziert für eine wissenschaftliche Laufbahn. Den Absolventen stehen Karrieren in der Pharmazeutischen und Chemischen Industrie sowie an Universitäten und anderen akademischen Forschungseinrichtungen offen. Außerdem können sie auch in Gesundheits- und Umweltämtern, in Umweltlaboren, in Gesundheitsorganisationen, in der Lebensmitteltechnologie und Gewerbeaufsicht, in toxikologischen Beratungsstellen und in der Gerichtsmedizin eingesetzt werden.

Das Bachelorstudium in Greifswald wird jährlich von einem kleinen Teil der Humanmedizinstudierenden (ca. 8-10 %) aufgenommen und auch mit Erfolg abgeschlossen. Einige der Absolventen nutzen im Anschluss die Möglichkeit der Naturwissenschaftlichen Promotion an der Greifswalder Graduate School.

Es gibt nur wenige Universitäten in Deutschland, an denen man Humanbiologie als eigenständiges Fach studieren kann. Neben dem Bachelor of Biomedical Science (6 Semester) kann man auch den Master of Biomedical Science (4 Semester) absolvieren. Neben der Universität Greifswald bieten auch die Universität Marburg und die Universität Saarland entsprechende Studiengänge an.

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