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Forschungsstipendien für angehende Pharmazeuten und Ärzte

  • Leben & Finanzen
  • 05.07.2019

Wer als junger Heilberufler wissenschaftliche Ambitionen hat, reibt sich häufig auf zwischen Studium, Job und Forschung. Stipendien können Nachwuchswissenschaftlern Luft verschaffen.

Ein Doktortitel ist heute nicht mehr unbedingt nötig, um als Heilberufler erfolgreich ins Berufsleben zu starten. Den „Dr. med.“ halten manche Experten ohnehin für reformbedürftig. Doch wer die wissenschaftliche Arbeit nicht als Türöffner und Pflichtübung ansieht, sondern sich in der Forschung profilieren will, braucht dafür Freiräume. Zeit, um ein hochkarätiges Thema zu finden, um eigenständige Studien zu betreiben, um an einem internationalen Projekt mitzuwirken oder an Kongressen teilzunehmen. Forschungsstipendien sollen jungen Wissenschaftlern genau das ermöglichen. Neben Förderprogrammen für Jedermann gibt es eine Vielzahl an themengebundenen Stipendien, die sich speziell an Heilberufler richten. Wir geben einen Überblick. Aber Vorsicht: Vollständig ist die Auswahl sicher nicht. Das Angebot ist so vielfältig, dass du in jedem Fall zusätzlich selbst recherchieren solltest.

Die Begabtenförderungswerke parteinaher und konfessioneller Stiftungen wie zum Beispiel der Konrad Adenauer-Stiftung oder der Heinrich Böll-Stiftung unterstützen besonders befähigte Promovierende. In der Regel läuft das Stipendium zwei Jahre lang und bringt monatlich mindestens 1.450 Euro. Aufschläge gibt es für Doktoranden mit Kindern und bei Forschungsaufenthalten im Ausland.

An einigen Universitäten können sich Doktoranden bei lokalen Förderprogrammen bewerben. Zum Beispiel an der Ruhr-Universität Bochum (Wilhelm und Günter Esser Stiftung) oder an der Uni Kassel (Otto-Braun-Fonds).

Graduierte, die einen Forschungsaufenthalt im Ausland planen, haben eine Chance auf ein Jahresstipendium des DAAD. Die monatliche Förderung unterscheidet sich von Land zu Land.

Mit RISE Weltweit unterstützt der DAAD Forschungsaufenthalte von Studierenden naturwissenschaftlicher und heilberuflicher Fächer. Das Programm vergibt in der Regel ansehnliche Monatsstipendien, die je nach Land variieren. Ein Teil der Reisekosten und verschiedene Versicherungen sind ebenfalls abgedeckt.

Für Promotionsprojekte in den USA bietet das Fulbright Program Stipendien an. In Aussicht stehen dabei monatlich rund 1.600 Euro plus Reisekosten. Allerdings wird in medizinischen Fächern nicht jedes Forschungsthema akzeptiert.

Wer den Ehrgeiz hat, an der Universität Cambridge in Großbritannien zu forschen, kann sein Glück beim Kurt Hahn Trust versuchen. Die Stiftung unterstützt bei der Bewerbung und fördert Jahresstipendiaten mit einmalig 3.000 Pfund (zirka 3.400 Euro).

Absolventen einer bayerischen Hochschule, die für ein Promotionsprojekt ins Ausland gehen, können von der Bayerischen Forschungsstiftung gefördert werden. Das Dissertationsthema muss zum Arbeitsschwerpunkt „Life Sciences“ der Stiftung passen. Stipendiaten werden von ihren Professoren empfohlen.

Speziell an Mediziner, Pharmazeuten und Veterinäre, die ein Auslandsprojekt planen, richtet sich das International Fellowship Program der Bayer Stiftungen. Bewerben können sich sowohl Studierende als auch Absolventen mit bis zu zwei Jahren Berufserfahrung.

Die Dr. Hilmer Stiftung unterstützt ausschließlich Doktoranden der Pharmazie. Die Stipendien werden alle zwei Jahre ausgeschrieben.

Das MD Stipendium des Böhringer Ingelheim Fonds fördert naturwissenschaftlich-medizinische Grundlagenforschung vor der dritten ärztlichen Prüfung. Es wird vorausgesetzt, dass Bewerber ihr Forschungsvorhaben an einer anderen Hochschule (oder einer außeruniversitären Einrichtung) umsetzen und sich dafür beurlauben lassen.

Forschende Veterinäre können sich bei der Akademie für Tiergesundheit um Promotionsstipendien bewerben. Bei der Höhe der Förderung orientiert die Akademie sich laut Website an den Vorgaben der Deutschen Forschungsgemeinschaft.

Der Verein Animal Minds schreibt hin und wieder Promotionsstipendien für Veterinäre und Psychologen aus, die sich mit der Kognition und dem Verhalten von Tieren befassen.

Die Dr. Helmut-Robert-Gedächtnis-Stiftung richtet sich an Doktoranden der Universität Kiel in den Fächern Medizin, Natur- und Musikwissenschaften.

Promovierende an sächsischen Universitäten, die ein gesundheitswissenschaftliches Thema bearbeiten, können sich um ein Stipendium der Roland Ernst Stiftung bewerben.

Das Programm Exzellenzmedizin der Universität Lübeck fördert herausragende Promovierende der Humanmedizin mit 500 Euro monatlich und bis zu 500 Euro für Kongresse und Präsentationen.

Dem Thema Alzheimer widmet sich die Hans und Ilse Breuer-Stiftung. Um ein Stipendium bewerben können sich Doktoranden der Biologie, Biochemie, Human- und Tiermedizin.

Mit dem Vernetzungs-Stipendium fördert die Deutsche Leberstiftung internationale Forschungskooperationen in der Hepatologie. Die Förderung ist auf sechs Monate begrenzt.

Die Kind-Philipp-Stiftung vergibt Stipendien an Doktoranden, die zur pädiatrischen Onkologie forschen, unter anderem mit dem Fokus Leukämie.

Humanmediziner, die über Herz-Kreislauferkrankungen promovieren, haben eine Chance auf ein Kaltenbach-Doktorandenstipendium der Deutschen Herzstiftung.

Eine anspruchsvolle Dissertation in der Inneren Medizin wird für das Peter Scriba-Promotionsstipendium der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin vorausgesetzt.

Verschiedene Stipendien für Arbeiten rund um Hämatologie und Krebsforschung vergibt die Deutsche Gesellschaft für Hämatologie und Medizinische Onkologie.

Promotionsstipendien für interdisziplinäre Arbeiten zwischen Philosophie und den Neurowissenschaften vergibt die Barbara-Wengeler-Stiftung.

Die Christiane Nüsslein-Volhard-Stiftung unterstützt Doktorandinnen mit Kindern ab dem zweiten Jahr der Promotion. Gefördert werden Arbeiten in der experimentellen Naturwissenschaft und in der medizinischen Grundlagenforschung.

Der Freistaat Bayern unterstützt Doktorandinnen verschiedener Fächer. Promotionsstudierende können sich über ihre Hochschule um ein Stipendium der Bayerischen Gleichstellungsförderung bewerben, zum Beispiel an den Universitäten Regensburg und München.

Wie viel Geld darf ich neben dem BAföG beziehen?

Stipendiaten der Begabtenförderungswerke haben keinen Anspruch auf BAföG. Wer Geld aus einem anderen Fördertopf erhält, muss genau hinsehen. Zuschüsse gelten als Einkommen und können angerechnet werden. Mehr dazu findest du auf den Seiten des BAföG-Rechners.

Tipps für die Recherche

Im Netz findet man verschiedene Stipendiendatenbanken, in denen die meisten Förderprogramme gelistet sind:

  • www.stipendienlotse.de ist ein Angebot des Bundesbildungsministeriums, das einen Großteil der Stipendienlandschaft abbildet.
  • www.mystipendium.de bezeichnet sich als Social Startup. Die Seite bietet eine umfangreiche Datenbank sowie Tipps und standardisierte Formulare für die Bewerbung.
  • www.stipendiumplus.de, ein weiteres Portal des Bundesbildungsministeriums, informiert über Stipendien der Begabtenförderungswerke.
  • www.deutsches-stiftungszentrum.de, eine Seite des Stifterverbands, bietet die Option, themenbezogene Förderprogramme zu recherchieren.

Es lohnt sich, mehrere Seiten zu durchforsten, da die Ergebnisse nicht deckungsgleich sind. Zusätzlich kann es sinnvoll sein, per Suchmaschine im Internet zu recherchieren, etwa wenn es um spezielle Forschungsthemen oder um Stipendien fürs Ausland geht.

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Gemeinnützige Projekte fördern lassen

 

Du bist Student der Heilberufe und engagierst dich im Rahmen einer gemeinnützigen Organisation oder eines gemeinnützigen Projektes? Dann bewirb dich um Fördergelder bei der apoBank-Stiftung. Mit dem Förderprogramm „gemeinsam wachsen“ fördert die apoBank-Stiftung neben operativen sozialmedizinischen Projekten der Studierenden auch deren ehrenamtliche Auslandseinsätze durch finanzielle Zuschüsse.

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