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Zum Studieren oder Forschen ins Ausland? Diese Stipendien bessern die Reisekasse auf

  • Leben & Finanzen
  • 05.07.2019

Internationale Erfahrung ist wertvoll, aber auch oft teuer. Auslandsstipendien können die Reisekasse aufbessern. Was nicht jeder weiß: Zuschüsse gibt es nicht nur für Gastsemester, sondern auch für Famulaturen oder ein PJ im Ausland.

Rund 30 Prozent der deutschen Studierenden haben laut dem Deutschen Akademischen Austauschdienst bereits Erfahrungen im Ausland gesammelt. Die meisten von ihnen haben an einem Austauschprogramm teilgenommen, das auch finanziell etwas bringt. Immerhin jeder dritte Auslandsstudent war jedoch ohne Stipendium unterwegs. Viele, die lieber zu Hause bleiben, scheuen unter anderem die höheren Ausgaben.

Welche Stipendien erleichtern den Schritt ins Ausland für Heilberufler? Hier ein Überblick zu den wichtigsten Organisationen und Programmen. Vorsicht: Die Auswahl ist groß - wir stellen hier nur einen Teil der Programme vor.

Ob Auslandssemester, Praktikum, Projekt oder Sprachkurs: Die Programme der Europäischen Union und des Deutschen Akademische Austauschdienstes (DAAD) haben praktisch für jeden Auslandsaufenthalt etwas zu bieten.

Fast jede deutsche Hochschule beteiligt sich am Erasmus-Programm der EU. Austauschstudenten erhalten unkompliziert einen Studienplatz an einer Partner-Uni sowie maximal 650 Euro monatlich. Erasmus greift auch Auslandspraktikanten unter die Arme. Wichtig ist, dass man die maximale Erasmus-Förderdauer noch nicht ausgeschöpft hat. Für Mediziner und Pharmazeuten, die mit Staatsexamen abschließen, beträgt das Limit allerdings großzügige 24 Monate und spielt somit kaum eine Rolle.

Häufig generöser, aber auch schwerer zu bekommen sind Stipendien des DAAD. Bei einem DAAD-Jahresstipendium variiert die monatliche Leistung je nach Gastland. Mediziner können das Stipendium auch während eines PJs im Ausland beziehen. Das Promos-Programm des DAAD ist für kürzere Aufenthalte gedacht, vorzugsweise außerhalb der EU. Promos unterstützt seine Schützlinge bis zu einem Semester lang mit einem dreistelligen Betrag. Teilweise werden Reisekosten und Studiengebühren übernommen. Mit RISE Weltweit sponsert der DAAD außerdem Forschungsaufenthalte von Studierenden naturwissenschaftlicher und heilberuflicher Fächer. Mehr zum Thema Forschungsstipendien findest du in unserem Überblick für Doktoranden und angehende Wissenschaftler.

Viele Länder bieten eigene Stipendien für Gaststudierende aus dem Ausland an. Beispielsweise fördert die tschechische Regierung Stipendiaten mit bis zu 375 Euro pro Monat. Je nach Uni und Fach muss man die Landessprache beherrschen oder kann englischsprachige Lehrangebote nutzen. Für alle, die wissen, in welches Land es gehen soll, kann sich die Recherche lohnen, zum Beispiel über mystipendium.de.

Stipendien einzelner Hochschulen sind ein Option, wenn die eigene Uni nicht mit der Wunsch-Hochschule im Ausland kooperiert. Wichtig ist das etwa in den USA, wo üppige Studiengebühren anfallen können. Entsprechend hoch dotiert sind die Stipendien amerikanischer Unis. Mehr Informationen findest du zum Beispiel bei Study in US.

Das Bayer Fellowship Program steht Medizinern, Pharmazeuten und Veterinären offen. Für Teilprogramme wie das Otto Bayer Stipendium oder das Carl-Duisberg-Stipendium gelten unterschiedliche Kriterien.

Die Roland Ernst Stiftung, an der das Land Sachsen beteiligt ist, vergibt jährlich bis zu zehn Stipendien für Auslandsstudien mit Bezug zum Gesundheitswesen. Das Angebot gilt allerdings nur für Studierende im Freistaat Sachsen.

Du gehst für ein ehrenamtliches, zum Beispiel sozialmedizinisches Projekt ins Ausland? Dann kommt vielleicht das Förderprogramm "gemeinsam wachsen" der apoBank-Stiftung für dich in Frage.

Wer sein Schulfranzösisch aufbessern oder sein Englisch für ein Studium in den USA perfektionieren möchte, kann einen Crashkurs in den Semesterferien belegen. Verschiedene Institutionen bezuschussen Sprachaufenthalte, unter anderem die Begabtenförderungswerke, der DAAD (Beispiel: Go East) und ausländische Regierungen (Beispiel: Portugal).

Zu den bekanntesten privaten Geldgebern zählen die Bayer Stiftungen. Das Otto Bayer Stipendium und das Carl-Duisberg-Stipendium fördern gezielt junge Mediziner, Pharmazeuten und Veterinäre, die es für ein Praktikum oder eine Famulatur in die Ferne zieht.

Neben diesen privaten Stipendien gibt es auch staatliche Fördertöpfe einiger Bundesländer, etwa die Mobilitätsbeihilfe des Bayerischen Hochschulzentrums für China.

Internationale Erfahrung und Berufspraxis können Mediziner im PJ verbinden – und erhalten dafür möglicherweise ein DAAD-Jahresstipendium. Vorausgesetzt wird, dass Anwärter mindestens acht Monate ihres Praktischen Jahres im Ausland absolvieren.

Auch Begabtenförderungswerke wie etwa das katholische Cusanuswerk vergeben Zuschüsse für ein internationales PJ.

Wer in der Wissenschaft hoch hinaus will, erhält bei Projekten im Ausland besondere Einblicke und kann sich nebenbei international vernetzen. Es gibt eine Reihe von Förderprogrammen für Doktoranden und für jüngere Semester, die im Studium ihre Leidenschaft fürs Forschen entdeckt haben. Mehr zu den Forschungsstipendien im In- und Ausland erfährst du in unserem Überblick für Doktoranden und angehende Wissenschaftler.

Besser Auslands-BAföG statt Stipendium?

Auch wer in Deutschland kein BAföG erhält, kann unter Umständen Auslands-BAföG beziehen. Die Hürden liegen hier niedriger und die Leistungen sind höher, da ein Auslandsstudium in der Regel mehr kostet. Die Finanzierung vom Staat kann man mit einem Stipendium kombinieren, allerdings wird dieser Zuschuss oft angerechnet – je nach Höhe des Stipendiums. Für DAAD-Stipendien beispielsweise gilt ein Freibetrag von 300 Euro. Es kommt also auf den Einzelfall an, wie viel beim BAföG oder einem Stipendium drin ist.

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